Mai 3 2020

Doctor Sleep von Stephen King

Titel: Doctor Sleep Autor: Stephen King Seitenzahl: 720, ISBN: 9783641106119, Originaltitel: Doctor sleep, Erscheinnungsdatum: 28.10.2013

Inhalt

Die große Fortsetzung von »Shining«
Auf Amerikas Highways ist eine mörderische Sekte unterwegs. 
Sie hat es auf Kinder abgesehen, die das Shining haben.

Stephen King kehrt zu den Figuren und Szenarien eines seiner
berühmtesten Romane zurück: Der Dreirad fahrende kleine Danny, der 
im Hotel Overlook so unter seinem besessenen Vater hat leiden
müssen, ist erwachsen geworden. Aber die Vergangenheit lässt ihn 
nicht los, und wieder gerät er in einen Kampf zwischen Gut und Böse.

Die zwölfjährige Abra hat das Shining.

Kann er sie retten?

Meinung

Obwohl das Buch schon etwas älter ist, habe ich es erst vor ein paar Wochen im Rahmen einer Goodreads-Leserunde zum Vorgänger „Shining“ entdeckt. Schnell wurden die ersten Rufe nach einer Leserunde zur Fortsetzung laut. Da mir Danny im ersten Teil bereits sehr ans Herz gewachsen ist war ich gerne mit dabei.

Anders als ich es von anderen King-Romanen kenne gab es dieses Mal keine langatmige Einleitung. Ich war direkt wieder in der Geschichte drin. Was vielleicht auch daran liegt, das ich den Protagonisten bereits aus dem ersten Band kannte und daher wieder direkt mit ihm mitfiebern konnte.

Auf den ersten Seiten trifft man noch einmal den kleinen Danny wenige Monate nach den Geschehnissen im Overlook – die Geister aus dem Hotel lassen ihm noch immer keine Ruhe. Einen Zeitsprung später ist der kleine Junge schon erwachsen.

„Willst du auch eine Cola?“, fragte Abra. „Zucker löst eine Menge Probleme. Glaube ich wenigstens.“

S. 319

Auch Abras Geschichte erfährt man quasi ab ihrer Geburt, allerdings passiert in diesen Sequenzen auch immer etwas – schließlich hat Abra das Shining ebenfalls und ihren Eltern (und dem Leser) wird nicht langweilig. 

Und schließlich sieht man die Geschichte aus der Sicht der „Wahren“, also der mörderischen Sekte. Gerade das gibt dem Buch meiner Meinung nach noch einmal etwas Besonderes, weil die Antagonisten dadurch eben nicht flach bleiben. Man lernt einzelne Personen mit ihrer Geschichte, ihren Problemen und Ängsten kennen (Sympathieträger werden sie dadurch trotzdem nicht unbedingt).

„Halt dich von der Frau mit dem Hut fern, Honigbär.“ […] „Die ist die Bienenkönigin vom Höllenschloss. Wenn du ihr in die Quere kommst, frisst sie dich bei lebendigem Leib.“

S. 75

Doctor Sleep ist im Horror-Genre angesiedelt, allerdings empfand ich es deutlich weniger gruselig als andere King-Bücher (z.B. „Es“ oder Friedhof der Kuscheltiere“). Das tut der Spannung allerdings keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Die Handlung wird kontinuierlich vorangetrieben, es gibt quasi keine Längen. 

Das Finale ist abgedreht und sehr actiongeladen, aber trotzdem irgendwie logisch nachvollziehbar (soweit das im Horror-/Fantasy-Bereich möglich ist) und man verliert nicht den Überblick. Danach gibt es noch ein Kapitel, das ein paar Monate nach dem Finale spielt und das das Buch für mich perfekt abgerundet hat.

Fazit

Dieser Roman gehört definitiv zu meinen Highlights dieses Jahr. Ich bin restlos begeistert! Die Story liest sich richtig spannend. Die Charaktere, auch die neu hinzugekommenen sind interessant und (zumindest die meisten) auch sehr sympathisch.

Im Nachwort schreibt King, er wollte nicht nur eine Fortsetzung zu „Shining“ schreiben, sondern auch erkunden, was mit Jack Torrance (Dannys Vater) geschehen wäre, wäre er zu den Anonymen Alkoholikern gegangen, statt alleine trocken werden zu wollen. Es ist daher auch ein Roman über eine zweite Chance, ohne das zu sehr in den Vordergrund zu stellen. 



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Veröffentlicht3. Mai 2020 von Metmaedl in Kategorie "Horror", "Rezension

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